Wer entscheidet, wenn man infolge eines Unfalls, einer schweren Erkrankung oder im hohen Alter wichtige Angelegenheiten des täglichen Lebens nicht mehr selbst regeln kann? Und wie lässt sich für den Fall vorsorgen, dass eine gesundheitliche Situation schwierige Entscheidungen erfordert? Antworten auf diese und weitere Fragen gibt eine informative Wanderausstellung, die ab sofort für sechs Wochen im Foyer des Gunzenhäuser Rathauses zu sehen ist. Matthias Hörr, Erster Bürgermeister der Stadt Gunzenhausen, Sigrid Kamm vom Betreuungsverein der Caritas-Kreisstelle, Karin Rother vom AWO Betreuungsverein Weißenburg-Gunzenhausen, Irina Hodes von der Betreuungsstelle des Landkreises und Thomas Thill von der Stiftung der Lebenshilfe Gunzenhausen haben die Ausstellung vor kurzem offiziell eröffnet.
Im Mittelpunkt stehen verschiedene Möglichkeiten der persönlichen Vorsorge. Dazu zählen insbesondere die Vorsorgevollmacht, die Betreuungsverfügung und die Patientenverfügung. Die Besucherinnen und Besucher erhalten verständliche Informationen darüber, welchen Zweck die jeweiligen Dokumente erfüllen und warum es sinnvoll sein kann, sich frühzeitig mit den eigenen Wünschen und Vorstellungen auseinanderzusetzen. Denn eine plötzliche Erkrankung oder ein Unfall kann jeden Menschen unerwartet in eine Situation bringen, in der wichtige Entscheidungen nicht mehr selbst getroffen oder Angelegenheiten nicht mehr eigenständig geregelt werden können.
„Es ist sinnvoll, sich frühzeitig mit den Möglichkeiten der Vorsorge auseinanderzusetzen und die eigenen Wünsche für den Ernstfall festzuhalten. Denn durch einen Unfall, eine Erkrankung oder im fortgeschrittenen Alter kann die Fähigkeit verloren gehen, wichtige persönliche und alltägliche Angelegenheiten selbstständig zu regeln. Ebenso können gesundheitliche Situationen plötzlich eintreten, in denen weitreichende und möglicherweise schwierige Entscheidungen getroffen werden müssen. Die Wanderausstellung bietet hierzu einen guten und leicht zugänglichen Überblick“, erklärt der Erste Bürgermeister Matthias Hörr. „Die Ausstellung ist ab sofort sechs Wochen lang in unserem Rathausfoyer zu sehen und kann während der Öffnungszeiten kostenlos besucht werden. Außerdem können die Besucherinnen und Besucher Informationsmaterial des Landratsamtes mitnehmen, darunter Notfallmappen und Flyer.“
Die Notfallmappen enthalten unter anderem Blankoformulare für eine Vorsorgevollmacht, eine Betreuungsverfügung sowie eine Patientenverfügung. Sie können dabei helfen, sich mit den eigenen Vorstellungen auseinanderzusetzen und wichtige persönliche Informationen übersichtlich zusammenzustellen. Eine Vorsorgevollmacht ermöglicht es, eine Vertrauensperson zu bestimmen, die im Bedarfsfall rechtliche Angelegenheiten übernehmen kann. Mit einer Betreuungsverfügung kann festgehalten werden, wer im Fall einer gerichtlich angeordneten Betreuung nach Möglichkeit als betreuende Person berücksichtigt werden soll. In einer Patientenverfügung können persönliche Wünsche für medizinische Maßnahmen und die Behandlung in bestimmten gesundheitlichen Situationen dokumentiert werden.
Bei der Erstellung einer Vollmacht oder Verfügung ist besonders auf die formalen Angaben zu achten. Ort und Datum sowie die vollständige eigenhändige Unterschrift dürfen keinesfalls fehlen. Zudem sollte eine bevollmächtigte oder als Betreuungsperson gewünschte Person über die getroffenen Regelungen informiert werden und wissen, wo die Unterlagen zu finden sind. Die Ausstellung kann als erste Orientierung dienen und Anregungen geben, sich mit den eigenen Wünschen und der persönlichen Vorsorge näher zu beschäftigen.
Die Wanderausstellung ist in Zusammenarbeit zwischen der Betreuungsstelle des Landratsamtes Weißenburg-Gunzenhausen sowie den Betreuungsvereinen der Caritas und der Arbeiterwohlfahrt entstanden. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, die Ausstellung im Rathausfoyer zu besuchen, sich über die verschiedenen Vorsorgemöglichkeiten zu informieren und die bereitliegenden Materialien kostenlos mitzunehmen. Der Besuch ist während der üblichen Öffnungszeiten kostenlos möglich.
P.S. Am 10. September 2026 wird Sigrid Kamm vom Betreuungsverein der Caritas-Kreisstelle beim Wochenmarkt-Stand des Gunzenhäuser Seniorenbeirats von 10 bis 12 Uhr für Fragen rund um Vorsorgemöglichkeiten zur Verfügung stehen. Der Stand befindet sich bei schönem Wetter vorm Rathaus, bei schlechtem im Foyer.
